Burgnarrenzunft Wasserburger Talgeister

 

Die Burgnarrenzunft Wasserburger Talgeister wurden im März 1977 von Claus Wentzel und weiteren 15 Bürgern aus Honstetten und Eckartsbrunn gegründet . 

Die Gründungsmitglieder waren : 

Edgar Imm , Eike Wenzel , Hermann Imm , Walter Gnirß , Josef Honold , Lydia Honold , Rudolf Hirt , Sofie Hirt , Hermine Trenkle , Josef Leiber , Jürgen Gommeringer , Josefine Braun , Monika Trenkle , Walter Imm und Claus Wenzel

Weitere 14 Bürger erklärten sich zu passiven Mitgliedern der Zunft .

Zum ersten Zunftmeister wurde Claus Wenzel gewählt . Walter Gnirß fungierte als sein Stellvertreter . Die ersten Masken wurden bereits im Herbst 1977 bei Hermann Schlenker aus Tannheim bei Villingen bestellt und von Claus Wenzel selbst bemalt .Die urigen Masken aus Zirbelkiefer hatten alle ein Grundmotiv , aber der Gesichtsausdruck jeder Maske war verschieden gestaltet .Für den Obergeist "Wasso" wurde eine überdimensionale Maske geschnitzt , in der verschiedene Tiere des Waldes zu sehen sind .

Am 22.Januar 1978 traten die Talgeister im selbstgemachten Häs in Volkertshausen erstmals an die Öffentlichkeit . Ein Jahr später führten die Talgeister erstmals ihren Brauchtumstanz zum ersten Mal auf . Im Februar 1980 wurde die Zunft als Vollmitglied in die Narrenvereinigung Hegau – Bodensee aufgenommen . Als Patenverein fungierte dabei der NV Grundel von der Insel Reichenau . Die guten Beziehungen zum Rheinischen Kaneval nach Krefeld machten die urigen Talgeister auch über die Region hinaus bekannt .

 

 

Im Mai 1985 übergab der Gründer Wentzel die Vereinsführung an Werner Hirt . Dieser ist bis zum heutigen Tage als Zunftmeister tätig . Der Verein hat zur Zeit ca. 65 aktive Maskenträger sowie über 100 passive Mitglieder vorzuweisen . Ein weiterer Meilensten in der Geschichte der Talgeister wurde 1989 gesetzt . Der Honstetter Narrenmarsch (komponiert von Freek Mestrini) wurde erstmals vom Musikverein Honstetten der Öffentlichkeit vorgestellt . Die Pflege des heimischen Brauchtums wird bei den Wasserburger Talgeistern auch heute noch aktiv gelebt . 

 

 

 

Zum Hintergrund der Burgnarrenzunft Wasserburger Talgeister :

 

Auf der Gemarkung Honstetten , gab es zwei Burgen , die Tudoburg und Wasserburg . Die Wasserburger Talgeister werden der Wasserburg zugeordnet . Der Narrenrat ( Die Herren von Honstetin ) im historischen Häs aus der Zeit um 1050 wird der Tudoburg zugeordnet . Jedes Jahr zur Fasnetzeit steigt der Obergeist „Wasso“ auf , um seine ehemaligen Burgknechte um sich zu scharen . Die bei er Belagerung durch schwäbische Landsknechte gefallenen Burgknechte der Wasserburg wurden , nachdem die Burgherrin die Toten vor das Tor legen ließ , in das Tal des Wasso transportiert . Im dichten Wald vermodert , möchte der Geist eines jeden Toten zurück auf die Burg , aber die Burg wurde in Brand gesteckt und zerstört . Somit geistern die Seelen ruhelos im Wasserburger Tal umher , bis sie der Ahnherr Wasso ruft . Dann ziehen der Obergeist und seine Wasserburger Talgeister in die Obergemeinden ( Honstetten – Reute – Eckartsbrunn ) , um sich mit den Herren der Nachbarburg zu treffen .

 

Hier handelt es sich um die Herren der Feste Harperg , auch Tudoburg genannt . Das Adelsgeschlecht derer von Honstetin hatte einst große Besitzungen , die bis weit in die Schweiz reichten . Der jeweils amtierende Zunftmeister vertritt den Ahnherr des Geschlechts , den Ritter „Tudo von Honstetin“ . Die weiteren Narrenräte werden folgenden Ahnen zugeordnet : „Ritter Othgoz von Rüti) , „Ritter Wezelo von Honstetin“ , „Ritter Mengoz von Ekkehardsbrunnen“ sowie dem „Ritter Siegefried von Honstetin von Hewen“ . Als Burgherrein wird die „Freifrau Tamburga von Honstetin“ geführt .

 

Die geschichtlichen Zusammenhänge der drei Orte Honstetten , Reute und Eckartsbrunn sind bei allen Hästrägern durch das dreifache Ortswappen zu ersehen . Somit ist der Verein mit der Geschichte der zwei Burgen auf der Gemarkung Honstetten eng verbunden .